Schloss Lichtenburg als Witwensitz


Kurfürstin Anna (1532 – 1585)

Kurfürstin Hedwig (1581 -1641)


Anstelle des alten Antoniterklosters ließ Kurfürst August I. von Sachsen für seine Gemahlin Anna von 1574 bis 1582 ein dreiflügeliges Renaissanceschloss als Nebenresidenz und Witwensitz errichten. Die Kurfürstin lebte seit 1580 in der Lichtenburg. Dort widmete sie sich ausgiebig der Landwirtschaft und Kräuterkunde. Sie starb 1585 an der Pest in Dresden.
In den nachfolgenden 200 Jahren wurde das Schloss Lichtenburg noch von drei weiteren sächsischen Kurfürstinnen als Witwensitz genutzt. Hier zeigt sich auch die historische Beziehung zum dänischen Königshaus, denn sie waren, ebenso wie Anna, dänische Prinzessinnen. Die bedeutendste von ihnen war Kurfürstin Hedwig. Sie lebte und wirkte hier von 1611 bis 1641. Zu ihren wichtigsten Verdiensten zählte neben der Armenpflege die Eindeichung der Elbe.
Mit dem Tod der Kurfürstin Anna Sophie von Sachsen (1647-1717) am 1. Juli 1717 endete die Nutzung des Schlosses als Witwensitz. Sie fand gemeinsam mit ihrer Schwester Kurfürstin Wilhelmine Ernestine (1650-1706) ihre letzte Ruhestätte in einem von Balthasar Permoser errichteten barocken Grabgewölbe in der Schlosskirche. Die Särge der beiden Kurfürstinnen wurden am 22. September 1811 zusammen mit dem Epitaph Permosers in den Dom nach Freiberg überführt, da die Lichtenburg ab April 1812 als Straf- und Besserungsanstalt diente.


Der Neptunbrunnen im Schlosshof

Erker der Hedwigsburg


Auch Friedrich August der I. (1670-1733) genannt „August der Starke“ verbrachte einen Teil seiner Kindheit und Jugend in der Lichtenburg. Er war der zweite Sohn des Kurfürsten Johann Georg III. und seiner Gemahlin Anna Sophie von Dänemark und Norwegen, Kurfürstin von Sachsen.
Seinen Beinamen „der Starke“ erhielt er durch seine sagenhafte körperliche Stärke, die er auch gern zur Schau trug. So berichtet man von einem Hufeisen, das er nur mit den Händen zerbrochen haben soll.
Am 15. September 1697 wurde er in Krakau zum König gekrönt und bestieg als „August II. Mocny“ den Thron.
Friedrich August I. starb am 1. Februar 1733 im Alter von 62 Jahren in Warschau. Während sein Körper in der Königskrypta der Wawel – Kathedrale von Krakau seine Ruhestätte fand, wurde sein Herz in der katholischen Hofkirche zu Dresden beigesetzt.