Die Geschichte Prettins und der Lichtenburg


Der Wachturm der Innenstadt
Prettin gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten in Sachsen-Anhalt. Eine slawische Siedlung, an einem alten Flussübergang der Elbe gelegen, befand sich hier bereits um 900 n.Chr.
Der später errichtete deutsche Burgward, der 965 erstmals in einer Urkunde Kaiser Ottos I. als „Pretimi” erwähnt wird, ging über die Grafen von Brehna um 1290 an die Herzöge von Sachsen-Wittenberg. Noch heute ziert das Wappen der Stadt Prettin das herzförmige Seerosenblatt, welches die historische Beziehung zur Grafschaft Brehna darstellt.
Um 1335 erbaute Rudolf I. eine Wasserburg in Prettin. Das gegenwärtig dort stehende Haus führt seitdem den Namen. Von dem ehemaligen südlich der Kirche gelegenen Anwesen haben sich bis in die heutige Zeit ein Wall und der Name „Schlösschen“ erhalten.
Bei einem Gang durch den Stadtkern weisen noch heute einige Objekte, wie Stadtmauer, Wallgräben und Stadttore, auf den mittelalterlichen Ursprung hin. Der frühere Wachturm und Reste der Stadtmauer sind stumme Zeugen der vergangenen Wehrhaftigkeit Prettins.
Um 1300 gründeten Mönche des Antoniterordens, welche sich nordöstlich von Prettin niedergelassen hatten, die Präzeptorei „Lichtenbergk“. Als Folge der lutherischen Reformation wurde das Kloster aufgelöst und ein großer Teil fiel Mitte des 16. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer.
Von 1565 bis 1582 ließ Kurfürst August von Sachsen an der Stelle des zerstörten Klosters unter teilweiser Verwendung des Klostermaterials für seine Gemahlin Anna ein dreiflügeliges Schloss als Nebenresidenz und Witwensitz erbauen.
In den folgenden 200 Jahren sollte die Schlossanlage noch drei weiteren Kurfürstinnen als Witwensitz dienen.
Im Jahr 2002 wurden große Teile der Stadt durch das Hochwasser zerstört. Doch heute zeigt sich dem Besucher, dass sich der Wiederaufbau der Stadt gelohnt hat.


Reste der alten Stadtmauer