Geschichte des Gedenkortes

Während der nationalsozialistischen Diktatur gab es drei verschiedene Lager im Schloss Lichtenburg. Von Mitte 1933 bis August 1937 existierte ein Konzentrationslager für Männer. Im Dezember 1937 kamen die ersten Frauen in die Lichtenburg. Das Frauenlager bestand bis Mai 1939. Von Herbst 1941 bis April 1945 befand sich ein Außenlager des KZ Sachsenhausen vor Ort. Insgesamt sind über 10 000 Frauen und Männer in der Lichtenburg inhaftiert gewesen.

Erste Schritte bei der Entwicklung eines Gedenkortes fanden mit der Massenveranstaltung im September 1949 statt.


Veranstaltung der VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) auf dem Nordhof im September 1949





Blick auf die Ausstellung von 1965 im Bunker
Die Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus wurde am 8. Mai 1965 anlässlich des 20. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus im ehemaligen Bunker eingeweiht. Eine Neugestaltung der Gedenkstätte erfolgte von 1977-78. Am 9. September 1978 erfolgte die Eröffnung der neugestalteten Mahn- und Gedenkstätte im Flügel D des Schlosses. Diese wurde im Jahr 2004 geschlossen, die Ausstellung im Frühjahr 2010 rückgebaut.



Teil der Dauerausstellung von 1978 im Flügel D des Schlosses

Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt

Nach langjährigen Verhandlungen über die Trägerschaft wurde die Gedenkstätte KZ Lichtenburg am 01. Januar 2008 in die Gedenkstättenstiftung Sachsen-Anhalt aufgenommen. Dem waren 2002 mehrere wissenschaftliche Gutachten vorausgegangen, welche die überregionale Bedeutung des Konzentrationslagers Lichtenburg untermauerten. Im Jahr 2004 wurde die Gedenkstätte durch den Landkreis Wittenberg zunächst geschlossen. Seit 2005 engagierten sich vor Ort Studenten der Humboldt Universität Berlin vom Institut für europäische Ethnologie unter Leitung von Frau Prof. Dr. Sigrid Jacobeit. Die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt ist seit April 2008 mit einem provisorischen Büro zugegen. Mit der Eingliederung der Gedenkstätte in die Stiftung geht deren Neugestaltung, die sich in zwei Bereiche, dem Gebäude an der Annaburger Straße sowie dem Bunker, unterteilt, einher. Die Bauarbeiten an beiden Bereichen kamen Ende letzten Jahres zum Abschluss. Parallel zu den Baumaßnahmen wird an der neuen Dauerausstellung gearbeitet. Die Wiedereröffnung der Gedenkstätte KZ Lichtenburg erfolgt am 01. Dezember 2011.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter:
http://www.stgs.sachsen-anhalt.de/gedenkstaette-kz-lichtenburg-prettin/